Pusch-Monatsthema: Umweltschutz bei Grossanlässen frühzeitig einplanen

Grossanlässen im Freien ziehen Tausende in ihren Bann. Für die Umwelt haben solche Events jedoch Schattenseiten. Der Grossaufmarsch an Menschen hinterlässt Spuren: Abfallberge, Verkehrschaos und Lärm sind nur einige der zahlreichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Umweltrelevante Aspekte frühzeitig in Planung einbeziehen
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen von Grossanlässen im Freien auf die Umwelt zu verringern. Damit geeignete Massnahmen zum Schutz der Umwelt effektiv und effizient umgesetzt werden können, müssen alle umweltrelevanten Aspekte frühzeitig in der Planung und im Bewilligungsverfahren berücksichtigt werden: Abfall, Energie und Klima, Mobilität (Verkehr und Transporte), Lärm, Boden, Natur und Landschaft.
Abfallberge müssen nicht sein
Wir alle kennen die Abfallberge, die nach einem Grossanlass zurückbleiben. Diese zu verringern ist möglich; die wirksamste Massnahme ist aber, Abfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Zum Beispiel, indem man schon bei der Auswahl der Verpflegung Anbieter abfallarmer Menüs bevorzugt. Informationen für Festbesucher lassen sich auch ohne Flyer vermitteln, sei es mit Plakaten oder mit Durchsagen. Anstelle von Wegwerfbechern und -tellern eignet sich ein Mehrwegsystem mit Pfand.
Abfälle, die sich nicht vermeiden lassen, sollten ihren Weg in einen der möglichst zahlreichen und auffällig platzierten Abfallbehälter finden. Aufräumtruppen können dafür sorgen, dass kein Abfall am Boden liegen bleibt und weiteren Abfall anzieht. Im Publikumsbereich ist eine konsequente Abfalltrennung meist schwierig, überall sonst hingegen ein Muss.
«Verpflegung, Abfall und Littering bei Veranstaltungen» Beitrag von Martin Gruber in Thema Umwelt 2/10 (pdf, 428.33 KB)
Dank Ökobilanzen die relevanten Umweltauswirkungen erkennen
Ökobilanzen helfen, bei Grossveranstaltungen die wesentlichen Problemfelder zu erkennen und Optimierungen zu realisieren. Wichtige Erfahrungen dazu wurden bei der Expo 02 gewonnen, die punkto Ökologie teilweise eng begleitet wurde. Das subjektive Empfinden der Besucher bezüglich Umweltauswirkungen ist nicht deckungsgleich mit der effektiven ökolgischen Auswirkung. Beispielsweise bei der Verpflegung ist vor allem das Essen selber von Bedeutung; so ist die Art und Herkunft von Fleisch von grosser Relevanz. Hingegen sind die Wahl des Geschirrs, ob Mehr- oder Einweg, und eine gute Abfalltrennung von untergeordneter Bedeutung. Die Besucher jedoch nehmen nicht das Essen an sich, sonder den Umgang mit dem Geschirr und weiteren Abfällen als entscheidende Kriterien für umweltverträgliche Verpflegung wahr.
Damit der ökologische Leistung von Grossveranstaltungen wahrgenommen wird, braucht es also einen Miteinbezug der lokal relevanten Themen und der Besucher.
«Von der Expo 02 zur Euro 08» Beitrag von Fredy Dinkel in Thema Umwelt 2/10 (pdf, 575.02 KB)
Anreize für gute Umweltbilanz
Viele grosse Sport- und sonstige Veranstaltungen legen Wert auf den Schutz der Umwelt. Doch was treibt die Veranstalter an, Umweltmassnahmen zu realisieren, wenn ihre Aufgabe primär darin besteht, einen gelungenen Sportevent zu garantieren? Verschiedene Faktoren beeinflussen dies. In erster Linie müssen Organisatoren die gesetzlichen Auflagen erfüllen. Weiter werden sie zu ökologischem Handeln motiviert, weil sie dafür Subventionen erhalten, weil sie ihr Image oder die weltweite Ökobilanz verbessern möchten oder weil sie danach streben, als vorbildliche Veranstalter zu gelten.
Oft scheitert der Wille zur Umsetzung von ökologischen Massnahmen an den knappen Ressourcen der Organisatoren. Um diesen Aufwand zur Planung und Umsetzung so gering wie möglich zu halten, hat Swiss Olympic die Informationsplattform Ecosport.ch geschaffen. Dort finden Organisatoren und Entscheidungsträger praxisgerechte Hilfestellungen und Lösungsansätze.
«Anreiz für umweltverträgliche Sportveranstaltungen» Beitrag von Samuel Wyttenbach in Thema Umwelt 2/10 (pdf, 536.81 KB)
Hinweise und Links zu Umweltschutz an Grossveranstaltungen (pdf, 431.25 KB)
Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie im Thema Umwelt 2/2010.

